Podcast Politik: Alexander Kloss – parteilos, aber nicht ideenlos

Von der Liebe zum Heimathafen Einbeck

Von kaum einem Mitglied im Einbecker Stadtrat ist seit gut einem Jahr mehr zu hören, als von Alexander Kloss. Der im Sommer letzten Jahres nach rund 25 Jahren aus der SPD-Fraktion ausgetretene Lokalpolitiker wirkt ungezügelt und gerade in dieser Freiheit ausgesprochen diszipliniert. Diszipliniert vor allem auch im Hinblick auf die beachtliche Zahl von eigenen Anträgen, die er in den Rat einbringt. Wir haben uns gefragt, was den parteilosen Ratsherren antreibt… – erfahren haben wir im Gespräch mit ihm dann weitaus mehr von und über ihn. Nun wissen wir auch, was ihn bewegt, was ihm für Einbeck und die politische Arbeit auf lokaler Ebene vorschwebt und was wir von ihm bis zur Wahl und im Falle eines Wahlerfolges auch darüber hinaus erwarten dürfen.

Antrag 11 des Ratsherren Alexander Kloss: Elektronisches Parkleitsystem für das Parkhaus „Am Brauhaus“

Anmerkung der Redaktion: wir präsentieren Ihnen hier unverändert die von A. Kloss auf facebook veröffentlichte Präsentation seines Antrages Nr. 11

Betongold für die Stadtkasse: Digitales Parkleitsystem für das Parkhaus „Am Brauhaus“Hier kommt nun mein Ratsantrag Nr. 11 – eher ein kleineres Thema, aber mit durchaus großer Wirkung!

Kennen Sie eigentlich Einbecks größtes Parkhaus? Falls nicht, dann geht es Ihnen wie ganz vielen Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Stadt. Versteckt und kaum beworben fristet es sein Dornröschendasein inmitten unserer historischen Altstadt.

Alle paar Jahre kommt im politischen Raum – u.a. auch von mir – die Frage zu der Immobilie, ob man sie denn nicht besser vermarkten könne. Regelmäßig wurde dann auf die gute Auslastung mit Dauerparkern verwiesen…

Ich mochte und mag das bis heute nicht so richtig glauben, denn so viele Dauerparker wird es vermutlich in der Nachbarschaft gar nicht geben, als dass man das gesamte Parkhaus damit würde füllen können…

Dazu kommt die aus meiner Sicht unbefriedigende Ausschilderung unseres Vorzeige-Parkhauses: Blechschilder, sehr kleinteilig beschriftet, unbeleuchtet, teilweise unansehnlich…

Dabei könnte eine bessere Ausschilderung im wahrsten Wortsinne für ein „volles Haus“ und damit sprudelnde Einnahmen sorgen. Und es geht doch so einfach, denn hier müssen wir das Rad nun wirklich nicht neu erfinden: Ein Blick z.B. nach Duderstadt zeigt, wie man am Rande des Eichsfeldes schon vor rund 20 Jahren Parkverkehre digital lotst.

Am Ostersamstag bin ich nachmittags extra ins Parkhaus gegangen, um ein für alle Mal mit der Legende der vielen Dauerparker aufzuräumen. Auf den obersten vier Etagen fand sich gerade mal ein einziges Auto…! An einem solchen Tag, noch dazu während des Lockdowns, sind die meisten Menschen nicht mit ihrem Auto unterwegs. Aber im Parkhaus „Am Brauhaus“ haben sie ihr Fahrzeug definitiv auch nicht dauerhaft abgestellt.

Meine Klare.Kante-Meinung: Hier muss endlich etwas passieren! Das Parkhaus wurde seinerzeit mit reichlich Steuermitteln gebaut und ist in einem hervorragenden baulichen und technischen Zustand! Warum wird dieses „Rettungsschiff für die verzweifelt einen Parkplatz Suchenden“ oder auch für ortsfremde Touristen nicht endlich vernünftig beworben?

Meine Vorschläge: Gut sichtbare Digitalanzeigen und Bodenmarkierungen leiten künftig Parkplatzsuchende proaktiv in das Gebäude. Eine höhere Auslastung bedeutet automatisch auch höhere Einnahmen für die Stadtwerke als Betreiber und mittelbar für die Stadt Einbeck als Eigentümer der Stadtwerke. Lesen Sie in meinem beigefügten Antrag, wie es funktionieren kann!

Herzlichst,Ihr Alexander Kloss

Kahlschlag auf der Kühner Höhe

Auch und gerade so etwas gehört zu meinen Aufgaben als Ratsmitglied: Heute hatte ich eine Ortsbegehung am Spielplatz Kühner Höhe. Mehrere Anwohner hatten sich bei mir über diverse gefällte Bäume und eine aus ihrer Sicht unzureichende Pflege der Grünanlagen zwischen Spielplatz und Teichenweg beschwert.Nach Feierabend habe ich mir also spontan die Örtlichkeiten zusammen mit einem Betroffenen angesehen, Fotos gemacht und im Anschluss direkt eine entsprechende schriftliche Anfrage an die Stadtverwaltung und den Bauhof formuliert. Über die Antwort werde ich die Anlieger schnellstmöglich informieren.In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Rücksicht auf Flora und Fauna bereits im Kindergarten vermittelt werden, wirkt dieser Kahlschlag an dem beliebten Abenteuerspielplatz wenig vorbildlich – zumal die Stümpfe praktisch keine Fäulnisspuren aufweisen. Auch die Demontage einer beliebten, massiven Tischtennisplatte am Spielplatz sorgte bei den Anwohnern für Kopfschütteln.Ich schreibe das hier nicht, damit Sie, liebe Follower, merken, dass ich mich kümmere… Das ist für mich selbstverständlich!Nein, ich poste das hier, um Sie zu motivieren, bei Fragen, Beschwerden oder Anregungen ohne Scheu auf uns Ratsmitglieder zuzugehen. Wir vertreten Ihre Interessen! Zumindest sollte das im Idealfall so sein![….]

Empfehlung von einbeck.blog:

Alexander Kloss hat diesen Beitrag auch auf facebook platziert. Dort wurde bereits kontrovers über das Thema Baumschnitt diskutiert:

https://www.facebook.com/einbecker76/posts/3505567973000958

Einbecker Jugendparlament – wir bauen darauf….

Bett raus – Schreibtisch rein.

Einbecker Jugendlichen eine Stimme geben. Ein Vorhaben, dass Jugendpfleger Henrik Probst schon seit sehr vielen Jahren umgesetzt sehen möchte. Nun soll es mittels einer kraftvollen und entschlossenen Initiative aus dem Wahlpflichtkurs Gesellschaftslehre an der IGS Einbeck begleitet durch Lehrer Florian Fechner endlich wahr werden –  ein durchaus umfangreiches Vorhaben!

Schon die organisatorischen Aufgaben zur Aufstellung eines gewählten Jugendparlementes sind beachtlich. Da ist z.B. die umfangreiche Wahlvorbereitung, bei der alle zwischen 13 bis 17jährigen Jugendlichen in Einbeck offiziell und fristgericht per postalisch zugestellten Brief einzuladen sind. Dann die eigentliche Wahl in Coronazeiten und die damit notwendige Aufstellung eines Wahlausschusses. Ebenfalls ein ordentlicher Arbeitsaufwand steckte darin, die Satzung und die Wahlordnung für das Jugendparlament aufzusetzen.

Für die eigentliche Arbeit der sodann ab Herbst offiziell gewählten LokalpoliterInnen wird derzeitig in der Jungen Linde am Hubeweg 1 in direkter Nachbarschaft zum Neuen Rathaus ein Büro für das dann aktive Jugendparlament eingerichtet.

In einem der bisherigen Gästezimmer im ersten Stock der JuLi haben die Arbeiten kurz nach dem Planungsgespräche zwischen Jugendpfleger Henrik Probst, der im Haus der Jugend beschäftigen Sozialpädagogin Kristina Hanke sowie der JuLi-Leiterin Patricia M. Keil unverzüglich begonnen.

Bett raus – Schreibtische rein. In diesem Sinne wird derzeitig im ersten Renovierungsschritt die Strom- und Internetversorung neu erschlossen. Nach diesem Bauabschnitt geht’s dann an die Malerarbeiten und schließlich an die Ausstattung des Raumes. Schüler und Schülerinnen des Wahlpflichtkurses Gesellschaftslehre der IGS sollen bei der Gestaltung des Raumes dann natürlich bereits gedanklich mit eingebunden werden.

„Kinder an die Macht…“ – 1986 als phantastiche Idee von Herbert Grönemeyer poetisch besungen – 2021 endlich auch in Einbeck in entschlossener Form umgesetz. Wir freuen uns auf spannende politische Diskussionen unter dem Dach der JuLi!



Den Stein zum (Er-)Liegen bringen: Einbeck startet Feldversuch zur zeitgemäßen Grundstücksgestaltung. !! Achtung: Aprilscherz – aber durchaus zum Nachdenken empfohlen !!

EINBECK. Das südniedersächsische Mittelzentrum zwischen Harz und Solling war schon immer innovativ. Im Spätmittelalter zeigte die Stadt Einbeck ganz Europa, wie gutes Bier schmecken muss. Vor einigen Jahren sicherte sich die Stadt das schönste Oldtimermuseum der Welt direkt vor den Stadtmauern. Und auch das jüngste Projekt hat durchaus etwas von globaler Strahlkraft: Einbeck möchte Vorreiter im Bezug auf pflegeleichte Vorgärten werden!

Während sich beispielsweise die Politik in der Nachbarstadt Bad Gandersheim noch mit dem leidigen Thema Landesgartenschau beschäftigt und mit hohem finanziellen Aufwand ökologischen Städtebau zu betreiben versucht, sind die Einbecker schon wieder einen Schritt weiter.

Jahrelang wurde hinter den Kulissen an der Vision gearbeitet, die Stadt nach und nach in das größte Natur- und Kunststein-Freilichtmuseum Deutschlands zu verwandeln. Und – wie bei allen Projekten in Einbeck – ziehen auch hier sämtliche Kräfte an einem Strang. Die Stadtverwaltung hatte es schon vor vielen Jahren versäumt, in die Gestaltungsordnungen für Grundstücksanlagen entsprechende Regelungen aufzunehmen. Die örtliche Politik griff dieses Manko denn auch dankbar nicht auf; schließlich wollen sich die großen Fraktionen auch um wichtige, bedeutende Themen kümmern und nicht mit Kleinkram aufhalten, wie erst jüngst in der Ratssitzung bekräftigt wurde.

Die Bevölkerung greift die großzügige politische Unterstützung dankbar auf. Und so sprießen sie munter an allen Orten im Stadtgebiet: liebevoll angelegte Steingärten. Gerade die Vorgärten älterer Stadtvillen eignen sich hervorragend, um aus ihnen zeitgemäße Parkplätze und Schottergärten zu kreieren, konnte der Autor bei seinem Spaziergang durch Einbeck feststellen. Und auch hier zeigt sich wieder, dass in dem selbstbewussten Mittelzentrum alle an einem Strang ziehen: So hat beispielsweise u.a. der örtliche Waldorf-Kindergarten rechtzeitig zum Chinesischen Jahr des Flusskieselsteines seine Außenanlagen neu gestaltet.

Derartige Schotter-Stellplätze sind nicht nur chic und pflegeleicht, sondern auch hygienisch. Kein Schmetterlingskot stört vor dem Eingang des Kindergartens und die Kleinsten lernen dadurch schon früh, wie wichtig im Baustoffhandel die richtige Auswahl der Materialien ist. In der ganzen Stadt spüre ich diese Aufbruchsstimmung: Ob Gewerbebetrieb oder Privathaus – die Einbecker möchten betonierte, asphaltierte oder geschotterte Außenflächen nicht mehr alleine nur den Gewerbe- und Industriegebieten am Stadtrand zubilligen. War vor einigen Jahren noch die lieblos mit 50er-Gehwegplatten ausgekleidete Garageneinfahrt Gegenstand lästernder Nachbarn, so sitzt man heute einträchtig zusammen vor dem Haus und diskutiert über die richtige Körnung des Edelkiesbeetes. In den Neubaugebieten wird bisweilen alles in den Vorgarten gekippt, was die regionalen Kieswerke zu bieten haben, aber auch die wenigen verbliebenen Rasenflächen in der Innenstadt sollen in der nächsten Zeit noch umgestaltet werden. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht! Und so strahlen mittlerweile diverse liebevoll angelegte Beton-Parkplätze in bester Innenstadtlage um die Wette, glänzen Marmorkiesel in der Sonne und laden zum Staunen und verträumten Innehalten ein.

Dabei – so konnte ich im Laufe meiner Recherche erfahren – ist dieses Umdenken in den Köpfen der Menschen mittlerweile ein Segen für die ganze Region. Die Kreisstadt Northeim – seit der letzten Eiszeit gesegnet mit zahlreichen Kiesseen – erfährt durch Einbecks Bauboom eine finanzielle Renaissance. Schon werden im dortigen Stadtrat Forderungen laut, von den sprudelnden Mehreinnahmen nach und nach die für die Stadt typischen Geisterstraßenzüge zu bewohnbaren Flächen umzugestalten. In den Wohngebieten wirkt sich der plötzliche Steinreichtum positiv auf das zwischenmenschliche Zusammenleben aus – während sich der Nachbar früher regelmäßig über hinüber wehendes Unkraut oder summende Bienen ärgerte, sitzt er heute friedlich auf der Terrasse und zählt die Flusskieselsteine im nachbarlichen Kunstrosenbeet. Laubharken entfällt – die Beseitigung der Blätter erfolgt bequem und schnell mit praktischen Abflammgeräten.

Sollten sich die Pläne der Stadt erfüllen und Einbeck in einigen Jahren zum bedeutendsten Natur- und Kunststeinfreilichtmuseum Europas entwickeln, dann wird auch der Tourismus davon profitieren. Mit einem überdimensionalen Findling werden Durchreisende schon an der Autobahn auf unsere Steingärten aufmerksam gemacht. Ich kann mir zudem gut vorstellen, dass für den sich dann entwickelnden Tourismus ganz neue Programme entwickelt werden, z.B. eine Steingartenführung durch die schönsten Anwesen der Stadt, Barfußpfade mit anschließendem Körnungsquiz oder auch Do-It-Yourself-Kurse, bei denen man in wenigen Urlaubstagen hier vor Ort alles Wichtige zum Thema Gartengestaltung erfährt.

Unsere Stadt ist so reich. An Historie. An klugen Köpfen. An Lokalpatriotismus. Und immer mehr auch steinreich! Fröhliche Ostern – falls Sie die Eier zwischen den ganzen Steinen überhaupt finden! +++

Disclaimer: Der Autor lebt seit 44 Jahren und 359 Tagen in Einbeck. Er verfügt seit einiger Zeit über eine eigene 1,5 Quadratmeter große Fläche mit Lavakies. Er ist nicht an börsennotierten Steinbrüchen beteiligt und unterhält keine privaten Kontakte zu Baustoffhändlern und Baumarktbetreibern.